EDEKA investiert in Berbersdorf - zu Lasten von Borna und Riesa
Der Handelsriese EDEKA investiert in ein neues Regionallager im Gewerbegebiet Berbersdorf. Im Frühjahr beginnt hier der Bau des 100-Millionen-Euro-Projektes. Leidtragende sind Borna und Hof bei Riesa. Die dortigen Lager werden geschlossen, nicht alle Mitarbeiter übernommen.
von Daniel Große am 17.11.2011
Eine Investition von 100 Millionen Euro, die 300 Mitarbeitern bringt. Klingt auf den ersten Blick wie ein Hauptgewinn für das Gewerbegebiet Berbersdorf in der Gemeinde Striegistal. Zwischen Dresden und Chemnitz, verkehrsgünstig gelegen, wird das neue Lager das östliche Absatzgebiet mit dem gesamten EDEKA-Sortiment beliefern. Erste landwirtschaftliche Betriebe in der Umgebung frohlocken bereits und liebäugeln mit dem neuen Abnehmer.
Auf den zweiten Blick ist die Ansiedlung vor allem ein Gewinn für EDEKA. Denn in Berbersdorf werden zwei Lager zusammengelegt, das in Borna und jenes bei Riesa. In beiden Lagern sind derzeit rund 500 Mitarbeiter beschäftigt, in Berbersdorf werden nur noch 300 benötigt. Denn das Lager arbeitet teils vollautomatisch, teils mit halbautomatischen, hochergonomischen Arbeitskonzepten, wie es heißt.
Das Problem an den bisherigen Lagern: Sie sind nur 90 Kilometer voneinander entfernt, haben bereits rund 20 Jahre auf dem Buckel, arbeiten an der Kapazitätsgrenze und lassen sich laut EDEKA nicht mehr wirtschaftlich betreiben.
Die Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen hat gemeinam mit ver.di bereits im März 2010 einen Sozialtarifvertrag abgeschlossen. Derzeit laufen Gespräche mit den örtlichen Betriebsräten zu den Modalitäten des Arbeitsplatzwechsels - bei den Mitarbeitern, die wechseln dürfen.
Die stufenweise Inbetriebnahme des neuen Lagers soll ab Herbst 2013 bis zum Sommer 2014 erfolgen.