Mineralölhandel fordert steuerliche Förderung der Heizungsmodernisierung
Der mittelständische Mineralölhandel fordert eine steuerliche Abschreibungsmöglichkeit bei der Heizungsmodernisierung. Auf diese Weise könnten auch Hauseigentümer mit kleinem Budget zeitnah in Klimaschutz und effiziente Technik investieren.
von Daniel Große am 18.11.2011
Eine Förderung aller Maßnahmen käme einem Konjunkturpaket gleich. „Es gäbe fünf entscheidende volkswirtschaftliche Effekte“, meint Elmar Kühn, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständischer Mineralölunternehmen (UNITI).
Nachdem der Vermittlungsausschuss des Bundestages seine Entscheidung zur steuerlichen Abschreibung von Gebäudesanierungen nochmals vertagt hat, sei es höchste Zeit zu zeigen, dass ein solches Fördermodell nicht öffentliche Gelder koste, sondern zusätzliche Einnahmen ins Staatssäckel spüle und dazu die Wirtschaft ankurbele.
„Jeder Euro Förderung zieht erfahrungsgemäß acht Euro Investitionsvolumen nach sich. Das bringt eine Erhöhung der Steuereinnahmen für Bund, Länder und Gemeinden, gleichzeitig über alle vier Steuerarten: Mehrwertsteuer, Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Einkommens-/Lohnsteuer - und das wiederkehrend“, ergänzt Dirk Arne Kuhrt, UNITI-Geschäftsführer für den Bereich Wärmemarkt.
Gleichzeitig steige die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse, dadurch komme es zu einem Rückgang der Sozialausgaben sowie zur Entlastung der Haushalte. Als weiteren positiven Aspekt würde Schwarzarbeit durch Rechnungsnachweis für steuerliche Geltendmachung verhindert werden. „Höhere Investitionen münden in Energieeinsparung und Klimaschutz. Und das ohne staatliche Subventionen“, so Kuhrt.
Diese Effekte könnten jedoch nur erreicht werden, wenn das Gesetz Breitenwirkung entfalte. Bedingung dafür sei, dass nicht nur Komplettsanierungen mit einem Investitionsvolumen ab 50.000 Euro steuerlich absetzbar seien. Kämen dagegen auch Heizungsmodernisierungen in den Genuss der steuerlichen Förderung, würde dies auch Hauseigentümer mit kleinem Budget ermuntern, zeitnah in Klimaschutz und effiziente Technik zu investieren. „Je niedriger man die Latte hängt, umso besser wird das Ergebnis sein“, ist Kühn überzeugt.