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Immobilienkauf: So vermeiden Sie Fehler


Sei es zum Eigenbedarf oder als Kapitalanlage – wer eine Immobilie kaufen will, muss einiges beachten. Um einen Fehlkauf zu vermeiden, sollten vor allem alle Unterlagen, aber auch das Haus oder die Eigentumswohnung selbst eingehend geprüft werden.

von Daniel Große am 09.02.2012

Laut Immobilienverband Deutschland sei der wirksamste Schutz vor einem Fehlkauf, die Immobilie eingehend zu prüfen. Sie ohne vorherige Besichtigung zu erwerben, ist nicht ratsam, rät der Verband. „Ich kenne allerdings Anleger, die kaufen ein Renditeobjekt nur aufgrund von Fotos oder Grundrissen“, sagt Axel Hintersdorf, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger aus Taucha bei Leipzig. Vielen würde dies in Verbindung mit Informationen über Wohnumfeld und baulichen Zustand des Hauses genügen, um eine Kaufentscheidung zu treffen. „Natürlich ist das nicht empfehlenswert, schon gar nicht, wenn man das Haus selbst nutzen will“, meint Hintersdorf.

So rät der Experte, sich die tatsächlichen baulichen Gegebenheiten auf dem Grundstück anzuschauen. Dazu könne man einen aktuellen Lageplan oder eine Flurkarte beim Verkäufer oder dem zuständigen Vermessungsamt anfordern. Dieser stellt die tatsächliche Größe, den Zuschnitt und die Grundstücksgrenzen dar. „Geklärt werden sollte, ob für alle auf dem Grundstück befindlichen Gebäude und zusätzliche Bauten wie Carport, Garage oder ähnliches auch Baugenehmigungen vorliegen“, rät er. Nicht selten würden Käufer im Nachgang mit Forderungen für nachträgliche Baugenehmigungen belastet.

Außerdem sollten sich Käufer über eventuelle Wegerechte informieren und auch Informationen einholen, ob ein Bebauungsplan über das Gebiet gelegt wurde. Dies könne im Zweifelsfall die Errichtung eines weiteren Hauses, Anbaus oder Carports auf dem Grundstück verhindern.

Bauliche Mängel
Beim baulichen Zustand selbst lohnt vor allem bei älteren Häusern oftmals ein Blick unter die Dielen. „Sie können als Käufer vom Verkäufer verlangen, dass dieser in einer Ecke, am Besten an einer Außenwand, die Dielung öffnet. Auf diese Weise kann man einen Blick auf die Balken werfen“, so Hintersdorf. Verweigert der Verkäufer diese Möglichkeit, so sollte man zumindest misstrauisch sein. Hat das Haus einen Keller, sollte dieser genau begutachtet werden. Feuchte Wände oder gar Schimmel sollten ein Alarmzeichen sein. Ebenso kann eine frisch gestrichene oder tapezierte Wand verräterisch sein. „Ist in einem Raum beispielsweise nur eine Wand neu renoviert, könnte dies darauf hindeuten, dass hier ein Riss oder ähnliches vertuscht werden sollte“, mein Axel Hintersdorf. Seinen Kunden bietet er an, bei Hausbesichtigungen dabei zu sein.

Was darf ein Haus kosten?
Um eine Immobilie nicht zu einem überteuerten Preis zu erwerben, sollte nach Ratschlag des Immobilienverbands Deutschland unbedingt ein Verkehrswertgutachten eines Gutachters oder Sachverständigen eingeholt werden. „Den endgültigen Preis bestimmen dann aber Angebot und Nachfrage“, so der Sachverständige Hintersdorf. So könne ein Haus beispielsweise 180.000 Euro wert sein, die Marktbedingungen sich aber so ungünstig gestalten, dass dieser Preis reell nicht erzielt werden kann. „Der vom Gutachter ermittelte Wert ist ein Anhaltspunkt, alles weitere bestimmen Lage, Wohnumfeld und weitere Faktoren“, so Hintersdorf.

Welches Haus sollte man kaufen?
Wer eine Immobilie erwerben will, sollte laut Axel Hintersdorf vor allem überlegen, wie lange er es nutzen will. Wer ein Haus sucht, in dem er den Rest des Lebens verbringen will, sucht womöglich einen Bungalow. Will man ein Haus nur zehn Jahre nutzen und es danach verkaufen, wird man sich für einen anderen Haustyp entscheiden. „Die Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Haustyp sollte also nicht unbedingt nur vom eigenen Geschmack, sondern vor allem von der künftigen Nutzung abhängig gemacht werden“, fasst der Experte zusammen.

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