Es dauert zwischen sechs und acht Stunden, bis die Akkus eines Mitsubishi i-MiEV oder eines Audi A2 voll geladen sind. Dafür ist das Ganze kostenlos. Denn Abrechnungsmodelle für die Ladestationen, die es auch in Leipzig immer häufiger gibt, existieren nach Auskunft von Geschäftsführer Raimund Otto noch nicht. „Das wird wohl erst in zwei bis drei Jahren soweit sein“, gibt er zu. Bislang seien die Abrechnungsaufwendungen und organisatorischen Dinge zu groß, um die Kosten von 2,50 Euro bis 3 Euro pro Ladung abzurechnen. Dass nun plötzlich die Ladestation massenhaft genutzt wird, um kostenlosen Strom zu tanken, schließt Steffen Foede, Vorstand der UNITAS aus. „Um die Ladebuchse freizugeben, benötigt man eine Chipkarte. Die gibt es von uns. Wir haben also schon die Kontrolle, wer hier tankt“, sagt er.
Vornehmlich für Kunden, Partner und den Eigenbedarf sei die neue Ladestation gedacht. „Aber natürlich dürfen hier auch alle anderen Inhaber eines Elektromobiles tanken“, sagt Martina Wilde, ebenfalls Vorstand der UNITAS. „Das Ganze ist ein Testmodell. Wir sehen jetzt , wie groß die Inanspruchnahme ist und ob wir vielleicht eine weitere oder noch mehr solcher Stationen benötigen“, erklärt sie. Erfahrungen mit Elektroautos hat die UNITAS bislang nicht. „Wir haben selbst kein E-Auto, sind aber sehr interessiert“, so Wilde. Laut Raimund Otto von den Stadtwerken fahren derzeit rund 100 elektrisch betriebene Fahrzeuge in Leipzig. „Und es werden täglich mehr. Renault, Peugeot, Mitsubishi, Audi und andere haben serienreife Modelle auf dem Markt“, so Otto. Derzeit hätten die Stadtwerke den Nissan Leaf im Test.
Dass Elektroautos auch mit Strom der Stadtwerke noch nicht hundertprozentig klimaneutral fahren können, verschweigt Raimund Otto nicht. „Das ist ja keine Überraschung, aber der Anteil von Erneuerbaren Energien liegt bei uns derzeit bei 30 Prozent und wird weiter steigen. Zudem kommen wird durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung und Biomasse-Kraftwerken insgesamt auf ene gute Wertschöpfungskette. Sicherlich wird bei der Industrie in Zukunft und als Brücke die Entwicklung von modernen, konventionellen Verbrennungsmotoren auch eine Rolle spielen“, glaubt er.
Die Ladestation befindet sich am Westplatz (Friedrich-Ebert-Straße) vor dem Parkplatz der UNITAS.