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Gartenprofis empfehlen Oleander als Schmuck bis in den Herbst


Kübelpflanze mit Blütenfülle: Ist es warm und sonnig, blüht der Oleander nicht nur im Sommer, sondern schmückt bis in den Herbst hinein Terassen und Balkone. Doch Vorsicht: Für Kleinkinder und Haustiere ist die Pflanze besonders giftig.

von Cornelia Haugk am 16.08.2010

[caption id="attachment_7612" align="alignleft" width="298" caption="Oleanderblüten. Foto: Rene Kasprzackl"][/caption]

Einen kalten verregneten Sommer mag Oleander gar nicht. Er entfaltet seine Blütenpracht nur, wenn es warm und sonnig ist. Dann aber zeigt das mediterrane Gewächs auch bei uns bis in den Herbst rote, rosa, weiße oder gelbe Blüten. So belebt die beliebte Kübelpflanze Balkone und Terrassen in unzähligen Farbschattierungen.

Da Oleander nicht im Freien überwintern kann, empfiehlt sich die Haltung in Pflanzgefäßen. „Ob strauchartig oder als Hochstamm, immer lassen sich auf engstem Raum in Kombination mit Beet- und Balkonpflanzen schöne Gartenlandschaften gestalten“, sagt Werner Ollig von der rheinland-pfälzischen Gartenakademie. Oleander gehört botanisch zur Familie der Hundsgiftgewächse. Der Name deutet schon darauf hin, dass alle Pflanzenteile des Oleanders giftig sind. Bei Kleinkindern und Haustieren muss daher darauf geachtet werden, dass sie keine Pflanzenteile kauen oder verschlucken. „Das kann zu Erbrechen, in schweren Fällen auch zu kolikartigen Leibschmerzen und Herzrhythmusstörungen führen“, warnt Ollig.

Trotz der Giftigkeit ist Oleander aber schön anzusehen. Damit sich die Blütenpracht lange hält, ist in der warmen Jahreszeit auf eine gute Wässerung und Düngung zu achten. „Im Sommer ist der Wasser- und Düngerbedarf hoch. An heißen Tagen kann es notwendig sein, morgens und abends zu gießen“, rät Gartenbautechnikerin Brigitte Goss von der Bayerischen Gartenakademie. Bis Ende August müsse zudem wöchentlich gedüngt werden. Geeignet seien handelsübliche Mehrnährstoffdünger in wasserlöslicher oder flüssiger Form. Bis etwa Mitte Oktober kann Oleander problemlos im Freien stehen. Bereits ab September sollte aber je nach Witterung weniger gegossen und die Düngung eingestellt werden. Mit der Reduzierung der Wassergaben und der Düngung beginnt die Ruhezeit, deren Einhaltung für die Blüte und das Wachstum im nächsten Jahr unbedingt erforderlich ist. „Um einen Neuaustrieb zu verhindern, sollten Überwinterungstemperaturen von fünf bis zehn Grad eingehalten werden“, sagt Werner Ollig. Einen überraschenden Nachtfrost bis minus sechs Grad hält Oleander im Freien aber durchaus ohne große Schädigung aus. Der Wasserbedarf sollte auch im Winter ein- bis zweimal pro Woche kontrolliert werden. In kühlen Räumen mit vier bis sechs Grad reicht es in der Regel aus, nur alle zwei bis drei Wochen zu gießen.

Geschnitten werden muss Oleander nicht unbedingt. „Oft ist aber bei älteren Pflanzen aus Platzgründen nicht unvermeidbar. Um hier richtig zu handeln, sollte die charakteristische Blütenbildung beim Oleander berücksichtigt werden“, rät Brigitte Goss. Blütenstände, die sich im Herbst noch nicht geöffnet haben, entwickeln sich im nächsten Jahr weiter. Je heller die Überwinterung erfolgt, desto mehr Blütenanlagen werden angelegt. Bei zu groß gewordenen Pflanzen dürfen deshalb nicht einfach alle Triebe eingekürzt werden. Besser ist es nach Auskunft der Expertin, alle paar Jahre einen Auslichtungsschnitt durchzuführen, bei dem die längsten und ältesten Triebe bis in das alte Holz zurückgenommen werden. Dies sollte am besten nach der Blüte beziehungsweise vor dem Einräumen in das Winterquartier geschehen.

Text: Dagmar Thiel

Und hier unser Extratipp für Pflanzenliebhaber:

Der Oleander lässt sich am einfachsten im Sommer durch Kopfstecklinge vermehren. Sie werden in einer Länge von etwa zehn Zentimetern (etwa drei Blattpaare) unter dem Knoten geschnitten. Man kann sie in kleine Töpfe in humose Erde oder in Gefäße mit Wasser stecken. Sinnvoll ist es, sie zum Schutz vor zu starker Verdunstung mit Folie abzudecken. Sobald an den Oleanderstecklingen Wurzeln sichtbar sind, können sie in etwa zwölf Zentimeter große Töpfe getopft werden. Durch häufiges Entfernen der Triebspitze werden die Pflanzen buschig.
Beliebt sind auch Hochstämme, die entsprechend später gestutzt werden und dann in gewünschter Höhe einen Kronenaufbau ermöglichen.

Text: ddp

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