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Natürliche Klimaanlage fürs Haus: Fassadengrün und Dachgärten anlegen


Teure Klimageräte im Haus müssen nicht sein. Ein Dachgarten oder eine begrünte Fassade bieten einen natürlichen Schutz vor Hitze und Kälte. Wer noch im Spätsommer oder im Herbst eine Bepflanzung anlegen will, sollte zu frostharten Arten greifen.

von LVZ-Immo / Red. am 23.08.2010

[caption id="attachment_7784" align="alignleft" width="300" caption="Fassadengrün in der Leipziger Elsterstraße. Foto: Volkmar Heinz"][/caption]

Wer auf Bäume im Hof, Fassadengrün und Balkonpflanzen setzt, kann eine Menge Stromkosten für Klimaanlagen sparen. Denn die Grünpflanzen wirken als natürliche Klimaverbesserer: Sie kühlen im Sommer und dämmen im Winter. „Pflanzen haben den gleichen Effekt wie elektrische Klimaanlagen“, sagt Andreas Puhr vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Berlin.

Bäume und Pflanzen mit schattenspendender Wirkung würden dazu beitragen, dass sich die Bausubstanz eines Gebäudes nicht zu stark aufheizt. Denn Pflanzen speichern Wärme im Boden. Zudem nehmen sie Regenwasser schnell auf, geben es aber nur langsam wieder ab. So wird trockene Luft befeuchtet. Extreme Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen werden gemildert.

Im Winter wiederum kühlen Mauern durch Pflanzen nicht so schnell aus. Eine Begrünung können Hausbesitzer und Mieter im Frühjahr und Herbst anlegen. Vor allem die Sonnenseiten eines Hauses sollten kultiviert werden, also der Süden und der Westen. Am besten eignen sich sogenannte Selbstklimmer wie Efeu, Kletterhortensie und Wilder Wein. Denn sie wachsen ohne Kletterhilfen am Mauerwerk entlang.

Auch Spalier-Bäume machen wenig Arbeit. Die Selbstklimmer, Spalier-Linden und Spalier-Platanen können von November bis März gepflanzt werden. Für Höfe eignen sich Laubbäume sehr gut. „Im Sommer sorgen die Blätter für Schatten. Im Winter, also in der dunklen Jahreszeit, lassen die kahlen Äste Licht in die Zimmer“, sagt Puhr.

Wer noch im Herbst sein Dach bepflanzen will, greift am besten zu Sedum- und Nelkenarten sowie zu Gewürzpflanzen wie Thymian, empfiehlt Gunter Mann, Präsident der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung (FBB) in Saarbrücken. Sie kommen mit wenig Wasser aus, sind hitze- und frostbeständig.

Vor der Bepflanzung muss das Dach mit einer wurzelfesten Abdichtung oder einer Wurzelschutzbahn versehen werden, rät Mann. Er schätzt die Kosten für die Begrünung eines Garagendaches auf rund 30 Euro pro Quadratmeter. Den Aufbau kann jeder selbst vornehmen.

Für eine Hof- und Fassadenbegrünung müssen sich Mieter vorher eine Erlaubnis beim Hausbesitzer einholen, sagt Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbundes in Berlin. Das hat mehrere Gründe: Solch eine Bepflanzung verändere die Optik einer Immobilie. Das müsse sowohl dem Vermieter als auch den anderen Mietern gefallen, erklärt Ropertz. Zudem könne das rankende Grün den Putz einer Immobilie beschädigen.

Für Hausherren gilt dagegen: Wer eine begehbare Dachbegrünung - also einen Dachgarten - bauen will, der braucht eine Genehmigung vom kommunalen Bauamt, erläutert Mann. Für eine extensive Begrünung, das heißt lediglich eine flächendeckende Bepflanzung mit Gräsern und Moos, ist das nur in Einzelfällen nötig.

Text: Katja Müller

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