
Die demografische Entwicklung – das ist nichts Neues – zeigt seit Jahren nur ein Bild: Die ältere Bevölkerung nimmt zu, gleichzeitig werden die Menschen immer älter, aber auch agiler. Entsprechend wollen viele Senioren so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Dieser Entwicklung trägt nun auch die Wohnungsgenossenschaft UNITAS Rechnung und zeigt in Grünau demnächst, wie sie sich das Wohnen im Alter vorstellt. Dabei wurde das Projekt „Alter leben“ des
Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften aufgegriffen und gemeinsam mit regionalen Partnern umgesetzt. Das Projekt wird von sichtbaren baulichen Veränderungen und von verborgenen technischen Elementen bestimmt sein.
Derzeit wird in der Musterwohnung An der Kotsche 1 noch gebaut, doch bereits jetzt sind die Veränderungen deutlich sichtbar: Das Bad wurde vergrößert und hat eine große Schiebetür erhalten. Statt einer Wanne gibt es nun eine ebenerdige Dusche mit Haltegriffen und einem WC, das höher hängt als gewöhnlich. „Das alles sind Beispiele“, erklärt Marco Schuster, Teamsprecher der UNITAS für Grünau. Individuelle Wünsche könnten berücksichtigt werden, angefangen bei der Tür bis hin zu speziellen Einbauten, die vorgenommen oder auch weggelassen werden könnten.
Größe zeigt auch der neu gestaltete Wohnbereich. Dieser ist offen gestaltet. Küche, Essbereich und Wohnzimmer gehen so ineinander über und bieten Raum zur Entfaltung. Schwellen gibt es so gut wie keine. Die Schwelle an der Wohnungstür wurde auf ein Minimum reduziert, auch zum Balkon gibt es nur einen ganz kleinen Absatz. Ansonsten ist die Wohnung durchgehend begehbar, ohne die Füße anzuheben. Das kommt besonders Bewohnern mit Gehhilfen entgegen, sagt Marco Schuster. Vom Wohnzimmer geht es direkt ins Schlafzimmer – auch hier wurde die Tür vergrößert, um Bewegungsfreiheit zu haben.
Zu den baulichen Veränderungen kommen eine Reihe von technischen Raffinessen, die je nach Wunsch in zukünftige altengerechte Wohnungen eingebaut werden können. „Etwa diverse Raumüberwachungssensoren. Diese könnten dem Mieter dann sagen, dass die Luftfeuchte nicht stimmt, er also lüften oder heizen muss“, nennt Marco Schuster ein Beispiel. Ebenso sei ein Bewegungsmelder vorstellbar, der Alarm an ein Hausnotrufsystem gibt, wenn sich über mehrere Stunden in der Wohnung nichts bewegt, obwohl sich der Mieter nicht abgemeldet hat. Das ginge so weit, dass selbst im Boden Sensoren installiert werden könnten, die prüfen, ob der Mieter gestürzt ist und Hilfe benötigt. „Das Angebot ist individuell noch erweiterbar und vor allem abhängig von den Wünschen und finanziellen Vorstellungen des Genossenschaftsmitgliedes“, so Schuster.
Bereits jetzt gebe es viele Anfragen von Mitgliedern oder Interessenten nach solchen speziell umgebauten Wohnungen. Für die Zukunft erwartet die UNITAS hier eine verstärkte Nachfrage.
Seit rund 2,5 Monaten läuft der Umbau, der Anfang März vollendet sein soll. LVZ-Immo bleibt weiter dran.