Bisher in dieser Serie erschienen:
Teil 1: Andreas Zachlod, Projektdirektor von Einrichtungs-Fachmessen. (dieser Text)
Teil 2: Freddy Holzapfel, Radiomoderatorin
Teil 3: Roman Knoblauch, Radiomoderator
Teil 4: Thorsten Wolf, Schauspieler und Kabarettist
Wer Andreas Zachlod besuchen will, muss recht weit fahren – bis nach
Bitterfeld/Wolfen. Dort bewohnt der gelernte Dekorateur mit seiner Frau
ein kleines Haus im Industrie-Stil der 1920er Jahre. Vom grünen Garten aus blickt er direkt auf das Rathaus der Stadt im neoklassizistischen Stil. Das Wohnviertel
wurde 1927 gebaut und gehörte zur so genannten Agfa-Siedlung. Die
Werkwohnungen waren höher gestellten Mitarbeitern vorbehalten.
In diesem Ambiente fühlt sich Zachlod wohl – und hat auch sein Heim
entsprechend dem historischen Haus angepasst. Alte Möbel findet man aber
nicht. „Ich hänge an gar nichts. Ich habe keinen alten Schreibtisch vom
Opa und kein altes Küchenteil von Oma. Alles ist ersetzbar“, sagt er.
Über jeder Sache, die er sich neu anschaffe, freue er sich. „Man kann
meiner Meinung nach sowieso nicht an Möbeln hängen, sondern nur an den
Erinnerungen. Und die sind ja auch noch da, wenn die Möbel
verschwinden“, bekräftigt der Messemann seine Ausführungen.
Entsprechend sei ihm eines sehr wichtig: Fotos seiner Familie in jedem
Zimmer. Entweder an der Wand, auf einem Board oder mit Klammern an einem
Stahlseil befestigt.
Auch in der farblichen Gestaltung ist Zachlod, der auch als Designer
gearbeitet hat, eher unbestimmt. „Derzeit sind es eher schwarz und weiß.
Das liegt vielleicht daran, dass ich in einer Branche arbeite, die sehr
bunt ist. Weiß und schwarz sind für mich Ruhepole“, erklärt er. Sein Arbeitszimmer beispielsweise ist eher in diesen unbunten Farben gehalten
– allerdings nur an der Wand und bei der Einrichtung. Den krassen
Kontrast gibt es mit einem sehr mutigen lila Teppich. Ein Kontrast, der
wirkt.
Auch der Rest des Hauses ist farbenfroh gestaltet. „Ich nenne das Haus
manchmal meine Villa Kunterbunt. Jeder Raum wurde in einem anderen Jahr
eingerichtet, entsprechend ließ ich mich inspirieren von dem, was damals
gerade Trend war“, berichtet er. Hier und da gebe es noch Ecken, die
überholungsbedürftig wären. Mit seinem grünen Flur etwa sei er nicht
mehr zufrieden.
Die Ideen für die Gestaltung kommen ihm auch durch seine Arbeit mit
zahlreichen Ausstellern. Auch seine Frau hätte ein „Mitbestimmungsrecht“.
„Meist treffen wir uns irgendwo in der Mitte – wir schließen Kompromisse
in der Farbgestaltung“, erzählt Zachlod. Auf den Einrichtungs- und
Geschenke-Fachmessen
Comfortex und
Cadeaux holt er sich Tipps, schaut in
Tapetenbücher oder lässt sich zu Stoffen beraten.
„So richtig individuell wird eine Wohnung ja erst durch Details. Ich
sammle sehr wenig, habe aber erkannt, dass bestimmte Sachen eben doch
ihre Wertigkeit haben, ohne kitischig zu sein“, sagt er und nennt als
Beispiel Figuren aus dem Erzgebirge. Liebevolle, kleine grüne
Holzfiguren, die bei ihm im Wohnzimmer auf einem Board sitzen dürfen.
Auch die Muschelsammlung seiner Frau wird in die Gestaltung der Räume
einbezogen. Von ihren Reisen rund um die Welt hat das Ehepaar auch
bereits viele Andenken mitgebracht. Eine Holzgiraffe aus Kenia oder
Masken aus Bali beispielsweise.
Viel kosten muss ein individuelles, schönes Heim nicht, ist er
überzeugt. Mit neuen Farben und dezenten Änderungen könne man viel
erreichen. Wichtig sei, loslassen zu können. „Wer an zu vielem hängt,
kann nicht loslassen und ist nicht offen für Neues“, sagt er. Das
gelte auch für das Schlafzimmer. „Viele Menschen investieren dort
sehr wenig. Gerade hier lohnen sich Investitionen aber besonders, schließlich hält man sich dort am längsten
am Stück auf“, meint er.
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