von LVZ-Immo / Red. am 28.12.2011
Bisher in dieser Serie erschienen:
Teil 1: Andreas Zachlod, Projektdirektor von Einrichtungs-Fachmessen.
Teil 2: Freddy Holzapfel, Radiomoderatorin.
Teil 3: Roman Knoblauch, Radiomoderator.
Teil 4: Thorsten Wolf, Schauspieler und Kabarettist (dieser Text).
Schauspieler und Kabarettchef Thorsten Wolf war immer ein Stadtmensch. Nie wollte er sich ein Häuschen im Grünen kaufen. Im Herbst diesen Jahres hat er es doch getan und ist hinter die nordöstliche Stadtgrenze von Leipzig gezogen. Der 46-Jährige hat sich für ein Haus im Bungalowstil entschieden, das ihm den völligen privaten Rückzug ermöglicht.
Bei seinen neuen Nachbarn hat er mit Funzel-Gutscheinen geklingelt und sich vorgestellt. Sie wissen nun, wer er ist, und lassen ihn in Ruhe.
Der Schauspieler („Tierärztin Dr. Mertens“) und Bühnenmensch hat seinen Traumort zum Privatsein im Internet gefunden. Es ist kein neues Haus, gebaut 1997, aber wie für ihn entworfen: „Ein Haus im Bungalowstil mit viel Wohnfläche, aber wenig Nebengelass. Kein Keller, kein Waschhaus, alles ist ebenerdig. Hier kann ich alt werden und muss auf nichts verzichten.“ Stil und Geschmack des Vorbesitzers passten perfekt zu seinem eigenen, deshalb konnte er einziehen, ohne viel zu verändern. Übernommen hat er zum Beispiel die große weiße Wohnküche mit Platz für zehn Leute. Oder die Trennwand in Marmoroptik zwischen den ansonsten offenen Bereichen Wohnraum und Küche.
Schnickschnack und Zierrat gibt es in Wolfs Heim nicht. Es ist hell und freundlich, modern und doch zurückhaltend eingerichtet. Der Hausherr achtet darauf, dass jedes Zimmer seinen eigenen Charakter besitzt und sich nichts gegenseitig erdrückt. Im Wohnbereich fällt neben Ledercouch und Fernseher die Glasvitrine mit seiner Figurensammlung auf. Wolf koppelt gern Alt und Neu, unter anderem bei Schreibtisch, Kommode und Beistelltisch mit Pendeluhr. Diese ergänzen sich gut mit der modernen Kunst an den Wänden, die er zum Teil von seinen Urlaubsreisen mitgebracht hat, und mit den Orchideen auf den Fensterbänken.
Seinen Lieblingsplatz hat der Künstler am Kamin. Einen Kamin besaß er auch schon in Connewitz, in seiner Dachgeschoss-Wohnung am Bethanien-Krankenhaus. „Männer können stundenlang ins Feuer gucken, ohne ein Wort zu sagen“, behauptet der Direktor des Leipziger Kabaretts Funzel. Wenn er den Flammen beim Tanzen zuschaut, kommen ihm Ideen, macht er sich Notizen, welches Thema er mit welchen Partnern umsetzen kann.
Wichtig für den stark eingespannten Bühnenmenschen ist, dass sein Grundstück hinter einer hohen Hecke nicht einsehbar ist und kaum zum Pilgerort für Fans werden dürfte. So kann er in Ruhe mit Freunden kochen oder grillen, im Swimmingpool baden, im Liegestuhl lümmeln oder auf seiner überdachten Terrasse sitzen, die im Sommer von Palmen und Hibiskus umgeben sein wird: „Dann ist es hier wie in Spanien“. Im Anbau, dem „Roten Salon“, kann er Gäste beherbergen, aber auch in Ruhe Texte lernen. Von allen Zimmern schaut Wolf ins Grüne. Viel Arbeit macht ihm seine grüne Oase aber nicht, außer Rasen mähen. „Einziehen und anfangen zu leben“ lautet seine Devise. Drinnen geht dem Unverheirateten eine Haushälterin zur Hand, draußen lässt er sich den kleinen Vorgarten vom Gärtner jahreszeitlich gestalten. Keinesfalls will er zum Sklaven seiner Immobilie werden.
Text: Kerstin Decker, Fotos: Christian Nitsche