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Der Wasserspar-Effekt: Warum es aus dem Gully stinkt und was dagegen getan wird


Sparen bei den Betriebskosten ist wohl eines der wichtigsten Dinge, die sich Mieter und Hauseigentümer jedes Jahr vornehmen. Wasser sparen gehört seit Jahren dazu. Die Spartaste am WC-Kasten, Durchlaufbegrenzer im Wasserhahn und an der Dusche, wassersparende Geräte – die Möglichkeiten, den Wassergebrauch zu reduzieren sind vielfältig. Und wirksam. Nach Angaben der Kommunalen Wasserwerke (KWL) lag der Verbrauch pro Person und Tag im Jahr 1993 bei 115 Litern. Im Jahr 2010 waren es nur noch 86,6 Liter, die ein Leipziger am Tag benötigte. Doch so wichtig der schonende und verantwortungsbewusste Umgang mit der Ressource Wasser ist – so problematisch ist er für Versorger wie die KWL.

von Daniel Große am 10.01.2012

„Hier stinkt es aus dem Gully“. Solche Sätze hören die KWL ab und an von verärgerten Anrufern. Meist sind es Anwohner, die sich über die Geruchsbelästigung vor der Haustür beschweren. Der Gestank hat einen Grund: Das Wassersparen. Meist ist dies der Fall bei so genannten Dükerbauwerken. Diese muss man sich wie einen Überlauf oder den Syphon am Waschbecken vorstellen. Von der einen Seite läuft Wasser in einen Behälter, auf der anderen Seite läuft das Wasser bei einem bestimmten Wasserpegel wieder heraus. Fehlt das Wasser, bleiben Verunreinigungen womöglich liegen, Gase bilden sich und entweichen über den darüber liegenden Gullydeckel. „Wir reagieren sofort bei Beschwerden, etwa mit Schwallspülungen. Dabei wird dem Kanal eine große Menge Wasser zugeführt, um die Ablagerungen zu beseitigen“, sagt Katja Gläß, Sprecherin der Wasserwerke. Jährlich setzen die KWL rund 100.000 Euro für solche Sofortmaßnahmen und ungeplanten Kanalspülungen ein.

Eine weitere Möglichkeit, die Geruchsbelästigung im Zaum zu halten, sind Geruchsfilter. An rund 20 Orten Leipzigs haben die KWL diese Filter im Einsatz, unter anderem an der Könneritzstraße/Ecke Klingerweg. „Das ist ein Einsatz, der in den Gully kommt. Das Granulat im Inneren bildet eine Art Geruchssperre“, erklärt Norbert Dath, Teamleiter Kanalnetz des städtischen Versorgers. Allerdings habe das Ganze auch einen Nachteil für die KWL: „Dass die Gase unterirdisch gehalten werden, ist gar nicht so gut. Denn diese sind teilweise so scharf, dass sie die Fugenmasse aus den geklinkerten Abflussbauwerken frisst. Und auch Beton ist anfällig dagegen“, sagt Dath. Die daraus resultierenden Reparaturarbeiten seien aber hinnehmbar.





Prinzipiell, so sagen die KWL, gibt es in Deutschland keine dringliche Notwendigkeit, Wasser sparen. Deutschland sei ein wasserreiches Land mit hohen Niederschlagmengen und einer nachhaltigen Gewässerbewirtschaftung. Und: „So paradox es klingt: Sinkt die Wassernutzung, steigt tendenziell der Preis. Etwa 80 bis 90 Prozent der Kosten eines Wasserversorgers sind mengenunabhängige Fixkosten wie Instandhaltungen des Rohrleitungsnetzes und der Wasserwerke“, verdeutlicht Sprecherin Katja Gläß. Dass ein Großteil der Kunden seit Anfang des Jahres 2012 trotzdem von Preisreduzierungen profitieren können, liege an einer effizienteren Arbeitsweise.

Trotzdem sollte mit Wasser natürlich nicht „gematscht“ werden. Möglichkeiten, im Haushalt Wasser zu sparen und den Wasserversorgern keine Probleme zu bereiten, sind etwa:

  • Waschmaschinen voll beladen und nicht halb befüllt anstellen

  • Duschen statt Baden

  • sparsame Geschirrspüler benutzen anstatt mit der Hand zu spülen

  • Keine Abfälle in die Toilette werfen

  • Leitungswasser trinken statt Wasser in Flaschen zu kaufen

  • Wasser nicht anderen Ländern entziehen. Heißt etwa: die deutschen Tomaten den spanischen vorziehen, Steaks nicht unbedingt aus Argentinien kaufen, Äpfel aus Australien meiden

  • Wasserressourcen schützen, also Verunreinigungen vermeiden


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